Heimat und 
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Esslinger Gau

FlüsseNamenSeminar am 06. August 2011
 

Liebe Wanderfreundinnen und – Wanderfreunde,

zum 20. Mal seit 1991 bot sich den Wanderführern, auch solchen, die es werden wollen oder es einmal gewesen sind, wieder die Möglichkeit sich heimat- und landeskundlich fortzubilden. Mehr über ihren und unseren gemeinsamen Lebensraum zu erfahren, um es auch an andere weiterzugeben. Am Samstag, 6. August 2011.

Haben Sie / hast Du schon einmal drüber nachgedacht, was sich hinter den Namen unserer Flüsse verbirgt und wieso ein Fluss oder Bach von der Quelle bis zur Mündung den gleichen Namen trägt, und das obwohl z. B. entlang eines Flusses der Dialekt oder sogar die Sprache wechselt. So entspringt z.B. der Rhein im italienisch-sprachigen Teil der Schweiz, fließt durch alamannisches, hochdeutsches, mitteldeutsches und niederdeutsches Gebiet.

Gewässernamen sind die ältesten uns erhaltenen Namen überhaupt. Die alten Gewässernamen sind im häufigsten Fall keltischen Ursprungs und aus einem Namenglied zusammengesetzt. Rund drei Viertel, gefolgt von wenigen Römischen und indogermanische "Wasserwörtern" abgeleitet. Der Sinngehalt der Gewässernamen liegt immer im Wortfeld Wasser, fließen, strömen, Fluss, sumpfig usw.  Die jüngeren Namen werden, aus zwei oder mehreren Namen- bzw. Wortteilen zusammengesetzt,  Mühl – bach, Stein – bach. Wut – ach.

Rund 200 Gewässernamen wurden in diesem Seminar am Samstagvormittag erläutert. Mit der im südlichen Landkreis Esslingen fließenden Autmut, einem für alle Anwesenden recht unbekannten Gewässer, das am Jusi entspringt und zum Neckar fließt, haben wir versucht die Namensherkunft selbst zu erörtern. Ad oder aud Montes - der Fluss, der vom Gebirge kommt, steckt dahinter. Dass „Körsch“ steiniger Bach bedeutet, überraschte viele, genauso die ermittelte Tatsache, dass sie bezogen auf ihre Länge mit rund 27 km an 510. Stelle in Deutschland liegt. Es gibt gerade mal 814 Flüsse über 10 km.

Die Flüsse denen wir uns annahmen, fließen alle zwischen Rhein im Westen, Main im Norden, Lech im Osten und den Nördlichen Kalkalpen. Sie gliedern sich gewissermaßen auch in Bedeutungsgruppen: Nach Eigenschaften des Wassers: Farbeindrücke (schimmernd wie Bühler), Geräusche (Tonbach), Geruch, Geschmack, Tastsinn (nass, kalt, heiss), Reinheit- und Verschmutzung. Nach der Bewegung des Wassers: Schnell, ruhig (wie Rems) langsam, wild, mild, wut, gut...  Wilde Rench, Wutach, Gutach. Nach Wasserreichtum bzw. -armut.: Schwellbach. Nach Eigenschaften des Flussbetts und -ufers. Steinbach. Nach Auffälligkeit des Laufes: Kurz, Krumme etc. Bei uns sehr häufig nach Flora und Fauna am/im Bach. Biberbach; Eybach, Lindach. Am Bach lebenden Tieren. Rossbach, Hengstlachen  Nach relativer Länge und Lage: Mittel-, Hinterbach. Nach menschlicher Tätigkeit: Mühlbach.. Nach Besitzer oder Nutznießer, Frohnbach, Nonnenbach. Nach historischen Sachverhalten: Lehenbach, Galgengraben. Nach Siedlung oder Gebäude: Dorfbach, Stettener Haldenbach.

Und wer kennt eigentlich den ersten Zufluss kurz nach ihrer Entstehung zur jungen Donau ? Ein recht eigensinniger Name übrigens. Ich freue mich auf Eure / Ihre Mitteilungen und Meinungen dazu. Den 29 Teilnehmer(innen) und Teilnehmern ist das Gewässer nun bekannt.

Dank der Ortsgruppe Ruit auf den Fildern und ihrem Team, die nicht nur den Vereinsraum für die Fortbildung zur Verfügung stellte, sondern auch eine Genießerrunde für die Pausen mit Kaffee und Brezeln spendierte.

In 2012 findet das nächste Seminar wieder bei der Ortsgruppe Ruit am Samstag, 4. August statt. „Unsere Dorf- und Stadtnamen“.

Mit freundlichen Wandergrüßen / Wandergüssen
Jürgen Gruß
Fachwart für Heimatkunde und Brauchtum im Gau Esslingen

 

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