Das Naturschutzgebiet Reußenberg
ist eine 183 Hektar große, bewaldete Hügellandschaft
von kaum wahrnehmbarer Höhe. Kleine Weiher,
sogenannte Lachen, durchziehen den Wald:
trichterartige und muldenförmige, steilwandige
und flache, ganz kleine und flächige, trockene
und wasserführende.
Entstehung der Lachen: Unter
den Mergelschichten lagert Gips, der vom Wasser
nach und nach gelöst wird. So entstehen
unterirdische Hohlräume, die die Oberfläche
teils ruckartig oder auch allmählich absacken
lassen. Diese Vorgänge gehen auch in der
Gegenwart weiter: Lachen weiten sich aus, andere
verlanden, neue entstehen, so zum Beispiel
Die grünen Lachen
... Bauer Lattich hatte dort
eine Buche gefällt und wollte den Stamm und die
Äste abführen. Einen breiten Fuhrweg wie heute
gab es noch nicht, aber der Bauer wusste genau,
wie er auf dem besten Weg quer durch den Wald zu
seinem Grundstück kommen konnte. Bauer Lattich
war gerade ein Stück hinter dem Wagen zurückgeblieben,
da hörte er plötzlich einen lauten Schrei
seines Ochsen, und schon war das Tier nicht mehr
zu sehen. Der Wagen hing über einem tiefen
Loch, das unter den Tritten des Tieres
eingebrochen war. - Wie konnte das passieren?
Schon viele Male war Bauer Lattich mit dem Wagen
über dieselbe Stelle gefahren, ohne auch nur zu
spüren, dass die Erde nachgab.
Zum Glück war er selbst unversehrt davongekommen.
Er eilte zu Holzfällern, die in der Nähe
arbeiteten, um von dort Hilfe zu holen. Mit
Stangen und Stricken konnten sie den Ochsen nach
vieler Mühe aus dem Loch befreien. Ich glaube,
er musste sogar notgeschlachtet werden, weil er
beim Sturz ziemlich verletzt wurde. Die Männer
haben die Tiefe des Einbruchs ausgemessen, sie
betrug 12 Meter!
Nach: Ursela Wider, Eine
Wanderung zu den Seen des Reußenbergs, Gerabronn-Crailsheim
Weitere Infos in: Blätter
des Schwäbischen Albvereins 2/2001 Seite 14
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