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Die Rothenburger Landhege:
 

In den Jahren 1383 bis 1406 hatte die Stadt Rothenburg unter dem Bürgermeister Toppler ein großes Gebiet mit 183 Ortschaften erworben. Um die darin wohnenden Untertanen zu schützen beschloss der Rat der Stadt um 1420, eine 62 Kilometer lange und etwa 20 Meter breite durchgehende Befestigungslinie, die sogenannte Landhege, zu bauen. Sie war nach einem Jahrzehnt größtenteils fertig gestellt. Die Landhege bestand aus 3 Wällen und 2 Gräben, die die Landwehr, das Stadtgebiet, umgaben. Innen und außen liefen die Hegewege entlang, Wälle und Gräben waren mit einer undurchdringlichen Hecke bepflanzt. Die Hegemeister hatten die Anlage zu überwachen und zu pflegen. An neun Stellen standen als Durchlass für Straßen zur Kontrolle des Verkehrs und zur Erhebung des Zolls starke Türme, die Landtürme. Darin wohnten als Türmer die Hegereiter. An kleineren Wegen lagen die so genannten Riegel, die mit Balken abgesperrt waren und deren Verschluss nur mit einem Schlüssel geöffnet werden konnte. Für die Bestellung der Grundstücke außerhalb der Hege oder den Besuch einer außen liegenden Kirche wurden „Schlüpfe“ oder Einmanndurchlässe geschaffen.

Die Landhege mit ihren Gräben und Wällen und dem fast undurchdringlichen Heckenbewuchs war nicht geeignet, größere Kriegsheere längere Zeit aufzuhalten, aber sie konnte den vielen kriegs- und beutelustigen Kleinadeligen das Eindringen zu Pferde in das Rothenburger Gebiet erschweren. Sollte es einem Eindringling gelungen sein, in den Dörfern Beute an Vieh und Gespannen zu machen, so verhinderte das Wall-Graben-System den Abtransport des Beuteguts.

Auf Befehl Napoleons wurde die Landhege im Jahr 1804 aufgelöst und teilweise eingeebnet. Streckenweise sind die Anlagen heute noch deutlich sichtbar, besonders wo sie im Wald verlaufen; auch einige Landtürme sind noch erhalten geblieben.


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