| Altheim
(Alb) liegt 20 km nördlich von Ulm und gehört
zum Alb-Donau-Kreis. Im Norden grenzt
Altheim an Gerstetten (Landkreis Heidenheim), im
Osten an Ballendorf, im Süden an Börslingen und
Neenstetten sowie im Süd-Westen an
Weidenstetten.
Einwohner: 1794
(31.12.2006)
Fläche: 25,78 km²
Geschichte
Altheims
Altheim
liegt an einer Hochfläche ('Altheimer Ebene') im
Nordosten der Schwäbischen Alb. Das Gebiet der
Altheimer Ebene wurde schon früh besiedelt;
Kelten (Ringburg in Zähringen), Römer
(Gutshof), Alemannen und Franken haben ihre
Spuren hinterlassen.
Urkundlich
wurde Altheim im Jahre 1225 erstmals erwähnt. Zu
dieser Zeit gehörte das Dorf zum Kloster
Elchingen. 1385 gelangte Altheim in den Besitz
der Freien Reichsstadt Ulm. 1802 wurde es
württembergisch.
Umgeben ist Altheim von
ausgedehnten Waldungen, von ruhigen, albtypischen
Trockentälern vermischt mit Wacholderheiden.

Markantes
Bauwerk ist die evangelische Kirche "St.
Maria", die im gotischen Stil 1696 an Stelle
der alten Kirche gebaut wurde.
Ein weiteres markantes Bauwerk ist das ehemalige
Amts- und Fortshaus aus dem 16./17. Jahrhundert.
Altheim wurde damit der Sitz des ulmischen
Oberforstmeisters. Das 1640 erbaute Pfarrhaus ist
heute das Rathaus.
Das
Miozän auf der Gemarkung Altheim (von Helmut Bracher)
Nähert man sich Altheim von Süden her, so
besticht der Ort schon aus der Ferne durch seine
exponierte Hanglage. Der Geländesprung, an den
er sich anschmiegt, lässt sich am Horizont in
einem großen Bogen verfolgen. Davor breitet sich
die weite "Altheimer Ebene" aus.
Beide Landschaftsformen sind Ausdruck der
mächtigen, gestalterischen Kräfte, die das
untermiozäne Molassemeer vor etwa 19 Millionen
Jahren als bleibende Spuren hinterlassen hat.
Denn über die lange Zeitspanne von fast zwei
Millionen Jahren hinweg breitete sich ein
schmaler Meeresarm zwischen den noch jungen Alpen
und dem Südrand der heutigen "Schwäbischen
Alb" aus. In dieser Zeit fraß sich die
Brandung dieses Meeres wie eine horizontal
geführte Säge in das anstehende Juragestein
ein. Dabei wurde der Fels durch die Wucht der
Wellen und durch die im Wasser mitgeführten
Gerölle und Sande zu einer flachen
Brandungsebene abgeschliffen. Gleichzeitig griff
das Meer aber auch die Brandungswand selbst an
und bildete dabei eine sog. "Hohlkehle"
aus. War diese entsprechend weit bergwärts
verlegt, kam es zum Absturz von Felsblöcken aus
der überstehenden Wand, die im Laufe der Zeit
ebenfalls aufgerieben wurden. So bildete sich
schließlich die typische Form eines steil
aufragenden "Kliffs" aus dem Gestein
heraus. Der so entstandene bis zu 40 m hohe
Geländeanstieg vermittelt heute noch einen
Eindruck von den Ausmaßen der vorzeitlichen
Klifflandschaft. In ihrem Verlauf trennt die sog.
"Klifflinie" die eingeebnete Flächen-
von der zerfurchten Kuppenalb.
Zwar hat die unerbittliche Erosion den steilen
Kliffwänden kräftig zugesetzt und sie teilweise
verflacht und mit Verwitterungsschutt zugedeckt,
doch sie sind gerade auf der Gemarkung Altheim
besonders gut erhalten geblieben. Einen
überzeugenden Beleg für die einstige
Anwesenheit des Meeres findet man auch am Weg
unterhalb der Sporthalle, wo korallenführende
Jurablöcke aus dem Hang herausragen. Ihre
abgeschliffene, glatte Oberfläche ist ein
untrügerisches Zeichen für die Wirkung der
Meeresbrandung. Außerdem sind sie übersät von
unzähligen Löchern von Bohrmuscheln und
Bohrwürmern, Tieren die einst den küstennahen
Bereich des Meeres bewohnt haben und dort ihre
Wohnhöhlen in den Kalkstein ätzten.
Auch im Ortskern selbst stößt man bei
Grabungsarbeiten immer wieder auf die Spuren des
Molassemeeres. An vielen Stellen treten fette,
graublaue Mergel auf, die nicht selten fossile
Austernschalen enthalten. Diese schmierig,
lehmigen Schichten dichten den von Spalten und
Klüften durchzogenen karstigen Weißjura nach
oben ab, so dass im nahen Untergrund ein für die
Alb selten vorkommendes natürliches
Wasserreservoir entstehen konnte.
Viele heute noch voll funktionsfähige Brunnen
zeugen davon, dass dieser Wasserspeicher von den
Bewohnern Altheims bis in die 1950-er Jahre zur
Trinkwasserversorgung genutzt wurde. Man darf
sicherlich unterstellen, dass in
frühgeschichtlicher Zeit der hier vorgefundene
Wasserreichtum auf der sonst so trockenen Alb
ausschlaggebend für die Urbesiedlung des Ortes
war.
Veranstaltungen
Jährliche
Veranstaltungen, die weit über die Orts- und
Landkreisgrenzen bekannt sind:
| Lichtmessmarkt |
2.
Februar |
| Brezgenmarkt im
Hungerbrunnental |
Palmsonntag |
| Altheimer Festtage |
Mai |
| Sonnwendfeier |
Juni |
| Herbstmarkt mit
Füllestanz |
Oktober |
|