| Aus der
Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum 1992 : Am 28. Mai 1992 feiert die
Ortsgruppe Altheim/Alb ihr 100 jähriges
Bestehen. Schon vier Jahre nach der Gründung des
Schwäbischen Albvereins im Jahre 1888 haben sich
in der Albgemeinde einige Männer
zusammengefunden, um miteinander zu wandern und
die Geselligkeit zu pflegen. Da keine Unterlagen
- Jahresberichte oder dergleichen - bis in die
sechziger Jahre dieses Jahrhunderts vorhanden
sind, sind wir nur auf Vermutungen angewiesen.
Als Kuriosum mag gelten, daß die
Jahresabrechnungen mit Namensangaben nahezu
vollständig erhalten sind.
Erster Vertrauensmann war
der hier tätige Oberförster Karl Weizsäcker,
nachdem Pfarrer Emil Riecker als EinzeImitglied
in den Listen des Hauptvereins aufgeführt ist.
Es ist erstaunlich - aber nicht verwunderlich -,
dass hauptsächlich Förster, beim hiesigen
Forstamt Beschäftigte, Pfarrer und Lehrer den
Verein in der ersten Hälfte seines Bestehens
leiteten. Im Jahre 1896 wies die
Ortsgruppe schon 20 Mitglieder auf. Der
Mitgliederstand betrug zum 1. Oktober 1900
31 Personen, einschließlich der Mitglieder des
Teilortes Zähringen, von Holzkirch, Neenstetten
und Weidenstetten. In der Zwischenzeit hatte
Pfarrer Karl-Rudolf Bendei die Vereinsleitung
übernommen, weil Oberförster Weizsäcker
dienstlich versetzt worden war.
Aufgrund einer verhältnismäßig großen Anzahl
von vielen auswärtigen Mitgliedern erhebt sich
die Frage, ob Pfarrer Bendei seine Amtsbrüder
von Holzkirch, Neenstetten und Weidenstetten -
die selbst Mitglieder waren - zu einer
Mitgliederwerbung aufgefordert hat. Nach dem
Wegzug von Pfarrer Bendei übernahm Lehrer
Friedrich Graf das Amt des Vertrauensmannes und
führte es 29 Jahre lang aus. Während des ersten
Weltkrieges und in der Zeit danach ging die Zahl
der Mitglieder auf zehn zurück. Eine Blütezeit
erlebte die Ortsgruppe ab dem Jahr 1937,
in dem Forstmeister Josef Uhl den Vorstandsposten
übernommen hat. Zu dem Einzugsbereich des
früheren Forstamtes Altheim scheinen die
Gemeinden Bräunisheim und Stubersheim gehört zu
haben, denn Mitglieder aus diesen beiden Orten
sind in den Mitgliederlisten ab dem Jahre 1938
aufgeführt. Mit 96 Mitgliedern - einschließlich
der auswärtigen - erreichte der Verein im Jahre 1939
einen absoluten Höhepunkt.
Einen wesentlichen
Einschnitt erbrachte der Zweite Weltkrieg, bei
dem das Vereinsgeschehen teilweise gänzlich
ruhte. Heinz Blaum gelang es nach Kriegsende, die
Ortsgruppe wieder neu zu formieren; sein Amt gab
er Ende 1955 an Hans Binder ab.
Doch schon 1956 mußte Binder
die Leitung in andere Hände legen, weil er, wie
so viele Junglehrer wieder versetzt wurde. Mit
Otto Frank fand sich ein neuer Vertrauensmann.
Frank hat Wanderfahrten
unternommen und ab dem Winterhalbjahr 1957
Vortragsabende eingeführt. Damals gab es nur
wenige Fernseher in Altheim, die Vorträge wurden
als gern gesehene Abwechslung angesehen, zumal
die Redner mit Dias von entfernten Ländern
berichteten. Es kam nicht seIten vor, dass die
damals noch existierenden Wirtschaftssäle in der
Krone und im Engel mit 200 Personen bis auf den
letzten Platz gefüllt waren. Otto Frank pflegte
in seiner humorvollen Art zu sagen "der
Eintritt ist frei, der Austritt kostet eine
Mark". Da der Hauptverein das Honorar für
die Referenten übernommen hat, konnte die
Vereinskasse etwas aufgebessert werden. Weil es
den ausgebombten Ulmer Frank wieder in seine
Heimatstadt zog, wurde ein nahtloser Wechsel
vollzogen: Lehrer Friedrich Nädelin übernahm im
Jahre 1961 das Amt des
Vertrauensmannes. Nädelin führte viele
Wanderungen durch und markierte den Albvereinsweg
- von Gerstetten nach Zähringen - neu.
Von 1964 bis 1965 war
Forstoberinspektor Martin Schlierer als Leiter
der Altheimer Ortsgruppe tätig. Durch seinen
überraschenden, aus Berufsgründen erfolgten
Wegzug nach Heidenheim war das Amt des
Vertrauensmannes erneut vakant. Da sich kein
Nachfolger fand, fungierte Rektor Martin Hauff
als Stellvertreter, um die Ortsgruppe
zusammenzuhalten.
Im Jahre 1968
traten Fritz Eberhardt und der neuzugezogene
Heinrich Gaese an die Spitze des Vereins. Sie
leiteten einen Aufschwung ein, der sich sowohl in
den Aktivitäten als auch in der
Mitgliederbewegung abzeichnete. Als Fritz
Eberhardt 1977 krank wurde, leitete Heinrich
Gaese die Ortsgruppe. Heinrich Gaese, der dem
Albverein seit 1949 angehört, wurde 1978
vom Hauptverein zum Ehren-Vorsitzenden ernannnt.
Auf Gaese folgte Hans Gebhardt, der im Januar 1986
von seinem Namensvetter Ernst Gebhardt abgelöst
wurde. Seit der Zeit erlebt die Ortsgruppe eine
"Blütezeit", die sich unter anderem in
einem Mitgliederstand von 130 Personen
wiederspiegelt.
Seit einem Jahrzehnt ist
ein gewisser Umschwung in der Vereinsarbeit zu
verzeichnen. Anspruchsvolle Wanderungen und
Besichtigungen sowie Geselligkeit prägen das
Vereinsleben. Alljährlich gehören der
Familienabend zum Ausklang des Vereinsjahres und
die traditionelle Sonnwendfeier - die im
vergangenen Jahr wieder mit der Gau-Sonnwendfeier
verbunden war - zu den Höhepunkten des
Vereinsgeschehens. Natur- und Landschaftsschutz -
Pflege von Feldgehölzen, Pflanzaktionen,
Maßnahmen zur Ödlandpflege - nehmen einen immer
breiter werdenden Raum ein. Der schon seit 20
Jahren als Wegwart agierende Georg Sautter hat
ein vorbildliches Wegenetz aufzuweisen.
An den Hauptversammlungen des Hauptvereins und am
Deutschen Wandertag nehmen neben der
Vereinsspitze seit 1983 Luise Vogelgsang, Anna
Stängle und Anna Schweizer teil. Am 47.
Deutschen Wandertag im Jahre 1938 in Stuttgart
beteiligten sich auch die Brüder Georg und Adolf
Krähmer; Adolf Krähmer wird in der
Mitgliederliste von 1938 als Jugendmitglied
geführt.
Luise Vogelgsang leitet seit einigen Jahren die
von ihr ins Leben gerufenen Seniorenwanderungen,
die sich großer Beliebtheit erfreuen.
Der Ortsgruppenvereinswimpel ist seit zehn Jahren
wieder zu Ehren gekommen. Der wiederendeckte
Wimpel, der lange Zeit als verschollen galt,
wurde vom ältesten Vereinsmitglied, Margaretha
Köngeter, instandgesetzt. Zusammen mit einer neu
angeschafften, 4 x 1,50 Meter großen
Albvereins-Fahne und mit dem neuen Wimpel soll er
am 28. Mai im Festzeit den Schwäbischen
Albverein nach außen hin repräsentiert werden.
Eberhard Falke, Rektor i.
R.
Vertrauensmänner
der Ortsgruppe Altheim
| 1892 - 1897 |
Oberförster Karl
Weizsäcker |
| 1897 -1906 |
Pfarrer
Karl-Rudolf Bendei |
| 1906 -1937 |
Schulleiter
Friedrich Graf |
| 1937 -1945 |
Forstmeister
Josef Uhl |
| 1945 - 1955 |
Kaufmann Heinz
Blaum |
| 1955 - 1956 |
Lehrer Hans
Binder |
| 1956 - 1961 |
Kaufmann Otto
Frank |
| 1961 -1964 |
Lehrer Friedrich
Nädelin |
| 1964 - 1965 |
Revierförster
Martin Schlierer |
| 1965 - 1968 |
Rektor Martin
Hauff (in Vertretung) |
| 1968 - 1977 |
Schmied Fritz
Eberhardt |
| 1977 -1978 |
Studiendirektor
Heinrich Gaese (in Vertretung) |
| 1978 - 1986 |
Maurermeister
Hans Gebhardt |
| 1986 - 2006 |
Betriebswirt
Ernst Gebhardt |
| 2006 - 2007 |
KFZ-Mechaniker
Siegfried Wipp |
| seit 2007 |
Maschinenbaumeister
Günther Stohrer |
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