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Die wichtigste Auszeichnung der Schwaben
Fritz Schray und Egon Rieble erhielten am Sonntag
die
Sebastian-Sailer-Medaille

(v.l.n.r.: Erwin Teufel, ehemaliger
Ministerpräsident von Baden Württemberg,
Fritz Schray, Egon Rieble und der Kulturratsvorsitzende Manfred
Stingel)
Die dotierte Sebastian-Sailer-Medaille ist die wohl wichtigste
Auszeichnung für schwäbische Mundartautoren. Am Sonntag wurde
sie auf dem Dreifaltigkeitsberg verliehen. Preisträger sind
Fritz Schray aus Wurmlingen und Egon Rieble aus Rottweil.
Als Mundartdichter wurde Fritz Schray durch das Radio berühmt:
Fünf Jahre lang las er im „Morgenradio“ des damaligen SWF seine
Gedichte vor. Sein Gedichtband „Uf em Bänkle“ gibt es in
sechster Auflage, und auch andere Bände wie „Em Gärtle“ oder „Gsälzbrot
und Bärlauch“ sind wahre Mundart-Bestseller.
Fritz Schrays Leben ist das eines Menschen mit großer
Heimatliebe. In Unterjesingen geboren und früh geprägt von den
Liedern, Bräuchen und dem Dialekt seiner Heimat, engagierte er
sich jahrzehntelang als Hauptfachwart für Kultur im Schwäbischen
Albverein. Er gab wichtige Impulse zur Bewahrung und Pflege der
regionalen Eigenarten. Der pensionierte Rektor tat sich auch als
Heimatkundler hervor. Heute lässt es der 80-Jährige ruhig
angehen, öffentliche Auftritte wie bei der Preisverleihung am
Sonntag sind bei ihm eine Seltenheit geworden.
Egon Rieble hingegen ist auf den Mundartbühnen des Landes
präsent wie nie. Der Kunsthistoriker und Kulturreferent der
Stadt Rottweil a.D. setzt den Dialekt auf ungewöhnliche Weise
ein: Sein Kunstführer „Guck au, dr Gabriel“ stellt auf
Schwäbisch bedeutende kulturelle Zeugnisse am oberen Neckar vor.
So vereint Rieble Mundart und Hochkultur: Ein Spagat, der nicht
vielen Dialektautoren gelingt.
Egon Rieble hat sich obendrein als feinsinniger Mundartdichter
profiliert. Und der 82-Jährige ist immer noch voller Tatendrang:
Im Herbst erscheint sein neues Buch, eine Sammlung von
Kindergedichten.
Der Kulturrat des Schwäbischen Albvereins ehrt mit der
Sebastian-Sailer-Medaille Mundartautoren, die mit ihrem
Wortwitz, ihrer Ausdruckskraft und ihrer Darstellungsgabe die
schwäbische Mundart lebendig und geistig anspruchsvoll nutzen.
Der Schwäbische Albverein ist mit seinen 114.000 Mitgliedern der
größte Heimatverein in Schwaben, was der Ehrung großes Gewicht
verleiht. Der dotierte Preis wird im dreijährigen Turnus
vergeben. Bisherige Preisträger sind Helmut Pfisterer und
Manfred Rommel. Der Namenspatron der Medaille ist der Geistliche
Sebastian Sailer (1714-1777), der als Entdecker des Schwäbischen
als Literatursprache gilt.
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