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Sebastian-Sailer-Medaille Verleihung an Fritz Schray

Der Schwäbische Albverein verdankt dem 1928 in Unterjesingen /Tübingen geborenen Multitalent Fritz Schray außerordentlich viel. Umfassend gebildeter Schulumeister aus echtem Schrot und Korn und Rektor im Ruhestand, Volkskundler, Heimatforscher, Dramatiker, Musiker, Sänger, Chorleiter, Komponist, Schriftsteller und Dichter – dass er überhaupt Zeit zum Schreiben und Dichten fand, ist ein Wunder angesichts der vielen beruflichen und ehrenamtlichen Aufgaben, die er gerne und mit Engagement übernahm.

Noch in seinen Ausbildungsjahren kam er 1946 zum Schwäbischen Albverein und war in Unterjesingen Mitbegründer der allerersten Ortsgruppe nach dem Zweiten Weltkrieg, als Vereinsgründungen noch gar nicht erlaubt waren. 1947 durften zunächst nur Jugendgruppen gegründet werden; Neukonstituierungen von Albvereinsortsgruppen gab es erst ab 1948. Als Gesamtverein trat der Schwäbische Albverein 1949 wieder auf. Schray kam durch seinen Lehrer Wilhelm Mönch zum Schwäbischen Albverein und hat sein großes Vorbild bei weitem übertroffen.

Sein Wirken im Schwäbischen Albverein war vielfältig und ist geprägt von seiner Heimatliebe. „Heimatverbundenheit und Weltoffenheit müssen gleichermaßen in uns wirken“, sagt Fritz Schray. „Heimat ist kein statischer Begriff, sondern ein dynamisches Gebilde, kein möblierter Raum, sondern eine bewegende Kraft. Heimat ist eine Vorgabe und eine Aufgabe, die entwickelt, erfasst, ausgestaltet und gelöst werden muss.“ Das Außergewöhnliche an Fritz Schray ist, dass er diese Leitlinien nicht nur verfasste, sondern auch sein Leben entsprechend gestaltete.

Im Verein hat er viel für die Schwäbische Kultur im weitesten Sinne getan; so war er nicht nur Vorsitzender der OG Wurmlingen (1973-2003), Vorsitzender des Heuberg-Baar-Gaus (1975-2001), sondern auch Mitglied im Gesamtvorstand und Hauptkulturwart bis 2001. Publizistisch und persönlich tat er sein Bestes, um beispielsweise die Mundart zu erhalten. Die Liste seiner Veröffentlichungen ist lang; sie beginnt mit Beiträgen zum Feuilleton und Gedichten in verschiedenen Zeitungen 1948. Dabei sind vier Theaterstücke, acht Liedvertonungen, Beiträge zu Kunst und Geschichte und mehr als ein Dutzend Bücher, vor allem Gedichtbände.

Am 6. April 2008 erhielt Fritz Schray die Sebastian-Sailer-Medaille während einer Feierstunde auf dem Dreifaltigkeitsberg; die Laudatio hielt Prof. Dr. Friedermann Maurer.

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