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Sigrid Früh wurde 1935 als Nachfahrin von
Justinus Kerner in Hohenacker im Rems-Murr-Kreis geboren. Sie
studierte Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre
Landesgeschichte, Germanistik und Volkskunde in Tübingen und Zürich.
Sehr früh begann sie Märchen und Sagen zu erforschen und schon bald
entdeckte sie ihre Gabe das Publikum zu fesseln. Sie entwickelte
dabei einen unverwechselbaren Vortragsstil, der ihr es ermöglicht,
jung und alt von Anfang an in ihren Bann zu ziehen. „Die zur
Zeit wohl bekannteste Märchenerzählerin Deutschlands“ so die Neue
Züricher Zeitung reist nach wie vor durch ganz Deutschland und die
Schweiz und erfreut ihre zahlreichen Anhänger mit ihrer
erstaunlichen Erzählkunst. Wir werden heute Abend eine Kostprobe
Ihres Könnens erleben dürfen.
Von 1997 – 2010 war sie außerdem noch als
Vorsitzende des mundart e.V. tätig, in dem sich Künstler und
Förderer der schwäbischen Mundart zusammengeschlossen haben. Einem
Verein so lange vorzustehen, in dem zahlreiche, sehr selbstbewusste
Lehrer mitreden, in dem Eitelkeiten grünen und Empfindlichkeiten blühen, das ist wahrlich
keine Kleinigkeit.
Sie hat auch das mit Bravour gemeistert.
Darüber hinaus hat sie zahlreiche neue Mundartkünstler gefördert und
ermutigt. Sie hat ihnen auch immer wieder
Auftrittsmöglichkeiten ermöglicht.
Sie wurde für Ihre Verdienste zur
Ehrenvorsitzenden ernannt.
Sigrid Früh organisierte und leitete zahlreiche
Tagungen und Kongresse, so unter anderem 1982 die Tagung der
Europäischen Märchengesellschaft („Die Frau im Märchen"),
1984 die Weinstädter Märchentage, seit dieser Zeit ist sie
auch Mitglied im Stiftungsrat in verschiedenen Stiftungen und
zahlreicher Preisgerichte. 1993 begründete sie die Kronacher
Märchenwoche mit, 1994 mit Wolfgang Schulze die Tagung „Essen und
Trinken im Märchen", die im Elsass stattfand. 1995 die
Fellbacher Märchentage.
Mit Ihrem Charme, ihrer unvergleichlichen
engagierten und couragierten Art nimmt sie alle, ob Publikum,
Künstlerkollegen oder Veranstalter gefangen. Ihr Temperament,
ihre sprühende Vitalität strafen ihr Alter Lügen.
Sie hat weit über 30 Bücher über Sagen und
Märchen veröffentlicht, einige sind regelrechte Bestseller. Dabei kam gerade auch die Forschung in Baden
Württemberg nicht zu kurz. Sie kann stundenlang in
schwäbischer Mundart unterhalten.
Sigrid Früh hat zahlreiche Ehrungen erhalten, so u. a. 1994 die Friedrich-E.Vogt-Medaille,
2003 den Wildweibchenpreis der Gemeinde Reichelsheim, 2004 den
Gertrud Hempel-Volkserzähler-Preis in Rheine, 2011 wurde ihr die
Ehrenplakette der Stadt Fellbach verliehen, wo sie heute mit Mann
und Katze lebt.
Nun, erhält sie eine weitere bedeutende Ehrung.
Der Schwäbische Albverein verleiht heute erst
zum 4. Mal seit der Begründung der Medaille Sigrid Früh die Sebastian
Sailer-Medaille für ihr Lebenswerk. Ihre Vorgänger waren Helmut
Pfisterer, Manfred Rommel, Fritz Schray und Egon Rieble.
Wir gratulieren, auch im Namen unseres
Präsidenten, Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, sehr herzlich. Nun darf ich
unseren Kulturratsvorsitzenden, Manfred Stingel, bitten, die Ehrung
vornehmen.
Helmut Eberhard Pfitzer
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