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Am Samstag, den 06. Juli 2002 fand auf der Teck ein großes
Mundart- und Musikfest statt. Anlass dafür ist die Ersterwähnung der
Burg Teck vor 850 Jahren. Heute ist die Burg Teck ein Wanderheim des
Schwäbischen Albvereins.
Der Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung der
Sebastian-Sailer-Medaille für das Lebenswerk eines bekannten und
beliebten schwäbischen Mundartkünstler.
Manfred Stingel, der Vorsitzende des Kulturrats im Schwäbischen
Albverein, hat diese Ehrung mit folgenden Worten eingeleitet:
Meine sehr geehrte Damen und Herren,
1152 erhielt Kaiser Friedrich Barbarossa die Teck die damals im
Besitz der Zähringer war, als Unterpfand. Die Urkunde ist die erste
schriftliche Erwähnung der Burg Teck. Wir nehmen dies zum Anlass, 850
Jahre Burg Teck zu feiern. Die Herzöge von der Teck waren ein
berühmtes und angesehenes Geschlecht. Im 12. und 13. Jahrhundert
hatte die Burg eine große Bedeutung. Im Bauernkrieg wurde die Burg
Teck 1525 zerstört. Im Januar 1941 kaufte der Schwäbische Albverein
die Ruine und erbaute 1955 das Wanderheim Burg Teck und ist somit
stolzer Besitzer der Burg Teck.
Der Kulturrat des Schwäbischen Albvereins hat das Jubiläumsjahr 50
Jahre Baden-Württemberg zum Anlass genommen, 3 wichtige und hohe
Auszeichnungen zu schaffen, die im Wechsel einmal jedes Jahr vergeben
werden sollen. Wenn ein so großer und wichtiger Verein eine
kulturelle Auszeichnung vergibt, dann ist das etwas ganz besonderes,
denn 120.000 Mitglieder stehen hinter dem Schwäbischen Albverein
dessen kulturelles Wirken und dessen kulturelle Leistungen gewaltig
sind. Ganz bewusst haben wir heute diesen Platz und das Burgjubiliäum
unserer Teck gewählt, denn die Ehrung soll weit hinaus ins Land
strahlen. Als Namenspatron für die Ehrung (Medaille) für große
Verdienste um die Schwäbische Mundart, haben wir Sebastian
Sailer, den ersten Dichter, der schwäbisch bewusst als
Literatursprache eingesetzt hat, genommen.
Nicht alle werden Sebastian Sailer kennen. Deshalb ein paar Sätze
zu Ihm. Sebastian Sailer lebte von 1714 - 1777. Er trat im Alter von
16 Jahren in den Stift des Klosters Obermarchtal ein. Er verfügte
über ausgezeichnete Sprachkenntnisse und las z.B. griechische,
französische, italienische und spanische Werke und stand im
Briefwechsel mit der internationalen Gelehrtenwelt. Er verfasste unter
anderem eine Klosterchronik zum 600jährigen Jubiläum von Kloster
Obermarchtal. Er sprach von der Kanzel herab schwäbisch mit seinen
Bauern und sie verstanden und beachteten ihn. Sein Komödien geben
seinen Witz, seine Treffsicherheit und seine Ausdruckskraft wieder. Am
bekanntesten ist sein Werk" "Die Erschaffung des Adams und
dessen Aufnahme im Paradies" besser bekannt als "Die
Schwäbische Schöpfungsgeschichte".
Ich denke Sebastian Sailer ist ein sehr würdiger Namenspatron für
die hohe Ehrung im Bereich der Mundart bzw. für die Verleihung der
Sebastian Sailer Medaille die der Kulturrat des Schwäbischen
Albvereins für ein Leben langes Wirken in Sachen schwäbische Mundart
heute zum ersten mal vergibt. Die Medaille ist sehr schön gestaltet.
Sie ist aus massivem Silber und zeigt das Porträt von Sebastian
Sailer. Mit der Verleihung der Medaille ist auch ein Geldpreis
verbunden.
Ich möchte Helmut Eberhard Pfitzer, unseren Kulturrat für
Schwäbische Mundart bitten, die Laudatio zu halten.
Vorsitzender des Kulturrates des Schwäbischen Albvereins
Manfred Stingel
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